Stimmklang und Autorität: Was die Stimme über die Persönlichkeit verrät
von Uwe Hügle
Einer Managerin nimmt man ihr gesamtes Know-how und die Autorität nicht ab, wenn sie sich am Telefon mit piepsiger Mädchenstimme meldet. Einem Unternehmensberater, der mit hoher Fistelstimme Erfolgsmeldungen verkündet, unterstellt man unbewusst Inkompetenz und geringe Selbstsicherheit. Kurzum, wenn berufliche Rolle und die dazu erwartete Stimme nicht zusammenpassen, leidet die Autorität massiv.
Für den beruflichen Erfolg ist es wichtig, dass die eigene Stimme grundsätzlich sowohl im Einklang mit Persönlichkeit, wie auch der der beruflichen Rolle steht. Ein zartere Persönlichkeit benötigt dazu eventuell noch Kraft, Dominanz und Lautstärke in der Stimme, wenn sie sich in einer Führungsaufgabe oder einer Talkshow durchsetzen muss. Umgekehrt sind es gerade die leisen und sensibleren Töne, die dominanteren Persönlichkeiten fehlen, um eine zwischenmenschlichen Botschaft ‚stimmig‘ rüber zu bringen. Beide Aspekte können Executives in einem Stimmtraining erlernen.
Um die Wirkung der eigenen Stimme gezielt einsetzten zu können, muss zunächst die individuelle optimale Sprechstimmlage ermittelt werden. Ein erstaunliches Phänomen ist, dass wer seinen eignen Stimmklang durch Gesang oder Auftrittserfahrung noch nicht erfahren hat, meist genau diese optimale Sprechstimmlage nicht besitzt und somit wertvolle Sprechwirkung im Beruf nicht nutzen kann. Untersuchung zeigen dieses Fehlen mittlerweile bei einem großen Teil der Bevölkerung.
Wer sie hingegen hat, kann meist mühelos davon ausgehend auch andere Resonanzen entwickeln, die die Grundlage für wichtige Stimmfarben wie Durchsetzungsfähigkeit, Empathie oder charismatische Sprechweise sind. Durch Stimmtraining lässt sich die eigene Sprechstimmlage mühelos finden und trainieren. Die beruflich geforderte Stimmaspekte können mit dieser Grundlage zielgerichtet erarbeitet und ausgebaut werden.
